Moral, Macht, Kontrolle – Wokeness als Projektionsfläche

Politisches Plakat im Agitationsstil: Silhouette eines Kopfes, oben „WOKE“, unten „ANTIWOKE – in Dave Eggers’ The Circle“, umrahmt von einem Ring. Grafik: KI-generiert mit DALL·E.
Politisches Plakat im Stil agitatorischer Kunst. Grafik: KI-generiert

Ein Essay über die Ambivalenz von Woke und Antiwoke im Licht von Dave Eggers’ The Circle

„Ich habe ja nichts gegen Gleichbehandlung, aber das ist mir jetzt zu woke.“ Solche Sätze hört man heute häufiger – meist im Tonfall halber Zustimmung, der schnell in Abwehr kippt. Die moralische Ablehnung von Wokeness ist längst fester Bestandteil politischer Diskurse. Was einst schlicht „wach“ gegenüber sozialer Ungerechtigkeit hieß, ist in manchen Kreisen zur Chiffre für Entfremdung, Denkverbot und Überregulierung mutiert.“

Mit diesem Einstieg beginnt mein Essay, den ich für die Ausschreibung der Zeitschrift Schreibkraft eingereicht habe. Darin untersuche ich, wie Wokeness als Anspruch auf Gerechtigkeit verstanden werden kann – während Antiwokeness diese Forderung zur Bedrohung erklärt und zur Projektionsfläche für Angst, Abwehr und Machtkampf macht.

Cover des Feuilletonmagazins Ausgabe 46 „Sorgen“

Der Roman The Circle von Dave Eggers dient mir dabei als literarisches Prisma, um Fragen nach Transparenz, Kontrolle und moralischem Rigorismus zu beleuchten. Es geht nicht um eine Verteidigung des Romans, sondern um die Analyse seiner Resonanzräume im aktuellen Diskurs.

Längerer Textauszug und Bestellmöglichkeit beim Verlag

Veröffentlicht von

Johann Seidl

my artwork - Texte und Bilder

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