
Ein Essay über die Ambivalenz von Woke und Antiwoke im Licht von Dave Eggers’ The Circle
„Ich habe ja nichts gegen Gleichbehandlung, aber das ist mir jetzt zu woke.“ Solche Sätze hört man heute häufiger – meist im Tonfall halber Zustimmung, der schnell in Abwehr kippt. Die moralische Ablehnung von Wokeness ist längst fester Bestandteil politischer Diskurse. Was einst schlicht „wach“ gegenüber sozialer Ungerechtigkeit hieß, ist in manchen Kreisen zur Chiffre für Entfremdung, Denkverbot und Überregulierung mutiert.“
Mit diesem Einstieg beginnt mein Essay, den ich für die Ausschreibung der Zeitschrift Schreibkraft eingereicht habe. Darin untersuche ich, wie Wokeness als Anspruch auf Gerechtigkeit verstanden werden kann – während Antiwokeness diese Forderung zur Bedrohung erklärt und zur Projektionsfläche für Angst, Abwehr und Machtkampf macht.
Der Roman The Circle von Dave Eggers dient mir dabei als literarisches Prisma, um Fragen nach Transparenz, Kontrolle und moralischem Rigorismus zu beleuchten. Es geht nicht um eine Verteidigung des Romans, sondern um die Analyse seiner Resonanzräume im aktuellen Diskurs.
Der Essay hat seinen Weg in die kommende Ausgabe gefunden und ist nun, Mitte Dezember, im Layout – ich freue mich sehr!
