süß-saure assekuranz

das grundprinzip im versicherungsmathematischen leistungsfall:
die risikoübernahme durch gurkengewürz
im grenzwertsatz nach zucchini
– vermögen schichten wie schüttelgurken

nimm das genuss-äquivalenzprogramm:
hinzufügen entfernen hinzulügen entkernen
gleichmäßig schneiden, fertig
– risikomindernde mechanismen!

denn was ist ein zucchinivorrat im glas etwas anderes als eine kapitalsammelstelle?
zucchinistücke, ausgangs 1:1
im eigens abgesicherten sud, heiß-optimiert
– verteilt im gemeinsamen risikoausgleich, siehe das größere rezept

dem eingelegten vermögen angepasst
die erwarteten gläser, möglichst
proportional nach finanzierungskosten
– anlegen hereinlegen abkochen einlochen

zum schluss als besondere variabilität
die steigende konservierung entsprechend dem tatsächlich verteilten kollektiv
von: garten essig haltbar gläser salz und pflege
– dann kann der genussfall eintreten

.
tipp: auch andere feste gemüsesorten wie gurken, zwiebeln, kürbis,
möhren oder rote bete lassen sich süß-sauer einlegen und haltbar machen.
wie wäre zum beispiel mal mit eingelegtem spargel?

 

 

 

 


Veröffentlicht in Literaturmagazin eXperimenta, September 2021

Sprechen über Heimat

Sprechen über Heimat (vielleicht kein Gedicht)
Das Wort „Heimat“ ist seit dem 15. Jhd. nachweisbar. Die etymologische Herkunft ist die indoeuropäische Wurzel „kei“, der Ort, an dem man sich niederlässt.
Bis ins 19. Jhd. war „Heimat“ ein juristischer Begriff mit geographischer Orientierung. Im Zuge der Industrialisierung und den damit verbundenen gesellschaftlichen Umwälzungen erfolgte im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jhd. ein fundamentaler Bedeutungswandel. Der Heimatbegriff wurde im bürgerlichen Zeitgeist zu einem idealisierten Bild von Bindung und Innigkeit.
 
(Zyklus Heimat, 3/7)

qr-code. evolution

am anfang die 21cm ­linie wasserstoff h1.
aus semiotik­strings und akronym­atomen
wächst evolution in den an/aus­habitaten
zu flächigen, dann räumlichen matrizen

durch paste&copy, fehlertoleranz und fehlerkorrektur.
geladene bytes aus dem hintergrundrauschen
kondensieren, masahiro­inhalte im abiotischen präsens
formen biome der redundanz.

der weißschwarzen dekonstruktion
muster endlich, ist ein lebenslicht sich
– tatsächlich, unterschiedlich, orientiert ­
im feuchtbrachen milieu.

leben als wesung, verwesung, vermehrung, verwendung.
in digitalen wattlandschaften und mischwaldsymbolen,
strömt subjekt zu objekt zu subjekt:
codegedanken im quadrat.

überall werden kreaturen
in begriffsbiotopen und bedeutungsmemen
wachsen biome von einsen und nullen in raum und zeit
– und wellen der poesie.

formen ein synonym der räume, der träume
vernetzen abreviaturen binärer notenschriften des seins
und – jetzt gib acht! im aufrechten gang
der herr der bitbiome und bezeichnungsbiotope.

so wird auch dann eine rose auch eine rose
werden licht und schatten zu endemischen fraktalen
manifest in der codierung nichteuklidischer vektoren
als code im code im code.

//hypertext und #hashtag
ergreifend, raumgreifend,
die ganze welt im subnet, planetar.

dann der griff nach den sternen,
der schritt in den kosmos,

singularität!

 


Veröffentlicht in: zeitschrift der schule für dichtung in wien / vienna poetry school